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Leitfaden zur eigenen PV-Anlage

Aus Photovoltaik Wiki

Wie kommt man zu der eigenen PV-Anlage? Dieser Artikel verschafft einen Überblick über die einzelnen Schritte.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Habe ich eine geeignete Fläche?

PV-Anlagen können auf verschiedene Weise gebaut werden. Folgende Möglichkeiten bieten sich an:

Die PV-Anlage kann auf eigenem oder fremdem Eigentum (Pacht) gebaut werden.

Bei dem Kauf eines Baugrundstückes und dem Bau eines neuen Hauses kann und sollte die spätere aktive (PV und thermisch) und passive (Architektur) solare Nutzung direkt berücksichtigt werden.

Für den Ertrag entscheidend sind folgende Punkte:

geografische Lage

Im Süden Deutschlands sind die Jahreserträge höher als in Norddeutschland. Die geografische Breite bestimmt den Verlauf der Sonnenbahn. Je näher die Lage zum Äquator desto steiler verläuft die Sonnenbahn und desto kürzer ist der Weg des Sonnenlichts durch die Atmosphäre (Siehe AM).

Mehr zu diesem Thema unter Geografische Lage

Höhenlage

Die Höhe der PV-Anlage über n.N. hat im Allgemeinen einen geringen Einfluss auf den Ertrag. Im Gebirge sind höhere Erträge zu erwarten, da die kühlere Außenluft für einen besseren Wirkungsgrad des Solargenerators sorgt.

Region

Regional gibt es unterschiedliche solare Einstrahlungen, die auf sogenannten Solarstrahlungskarten abgelesen werden können.

Auf der Homepage der Zeitschrift Photon gibt es eine Übersicht über Solarstrahlungskarten.

Strahlungskarte der Zeitschrift Photon

Zudem kann man online Ertragsprognosen auf einer interaktiven Karte für seine Region abfragen, die von der Europäischen Kommision gesammelt und zur Verfügung gestellt wurden. Das sogenannte PhotoVoltaische Geographische InformationsSystem, kurz PVGIS, findet sich unter

PVGIS Website

Einen interaktive Einstrahlungsscheibe zur Ertragsermittlung ist auf den Seiten von ModernuS - Modernisieren und Sparen.

Für trafolose Wechselrichter sollte man hierbei die Systemverluste auf 10% reduzieren, bei Trafogeräten auf 11%.

[bearbeiten] Dachausrichtung

Optimal wäre es, wenn die PV-Module zu jederzeit genau in Richtung Sonne ausgerichtet würden (Tracking). Bei Dächern ist das aber nicht sinnvoll umsetzbar. Sind PV-Module fest montiert ist die Ausrichtung nach Süden optimal (der Dachfirst verläuft in Ost-West Richtung), da über den Tag die größtmögliche Fläche der Sonne zugewendet wird. GGf. kann bei häufigem Frühnebel eine leiche Abweichung Richtung Süd-Süd-West sinnvoll sein.

Die Südausrichtung wird i.A. auch mit 180° angegeben. Osten entspricht 90°, Westen 270° und der Norden 0°.

Näheres zu dem Thema unter Ausrichtung

[bearbeiten] Dachneigung

Die optimale Dachneigung hängt vom Breitengrad ab. In Norden ist gegenüber dem Süden eine steilere Dachneigung besser. Allgemein ist ein Wert um die 30° am besten. Auch flache Dächer (0 - 10 Grad Neigungswinkel) sind für die Photovoltaik geeignet. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Aufständerung oder in die Dachhaut verklebte Module, um eine Anlage zu bauen.

Näheres dazu unter Dachneigung

[bearbeiten] Dachaufbau

Dachzustand

Eine PV-Anlage muss mindestens 20 Jahre lang zuverlässig ihren Dienst tun. Bei alten Häusern oder Scheunen sollte daher der Dachzustand untersucht werden damit die Haltbarkeit gewährleistet ist.

Dachbedeckung

Es gibt für die unterschiedlichsten Dachbedeckungen entsprechende Unterkonstruktionen. Am meisten verbreitet sind Dachziegel (z.B. Frankfurter Pfanne). Bei Neubauten besteht auch die Möglichkeit die PV-Module in das Dach zu integrieren (Indachmontage)

Gauben

Gauben verursachen Verschattungen auf den PV-Modulen, daher sollte ein gewisser Abstand rechts und links der Gaube eingehalten werden.

Satellitenschüssel und sonstiges

Im Grunde sollte alles was zu Verschattungen auf dem Dach führt, wenn möglich bzw. sinnvoll, beseitigt werden.

Satellitenschüsseln können recht tief auf dem Norddach untergebracht werden, da sie nach oben "schielen". Antennenmasten sollten umgesetzt oder abgebaut werden.

[bearbeiten] Umgebung

Verschattung durch Nachbargebäude
Verschattung durch Bäume

[bearbeiten] Angebote einholen

[bearbeiten] Welche Angaben brauche ich?

Dachbedeckung, Dachaufbau, Dachneigung, Ort für Wechselrichter, Schaltschrank ausreichend genug für Einspeisezähler (weiterer freier Zählerplatz)

[bearbeiten] Referenzanlagen

Welche Anlagen sind bereits vom Monteur gebaut worden, Befragung der Kunden

[bearbeiten] Welche Komponenten wählen?

[bearbeiten] Wahl der Module

Bei der Wahl der PV-Module gibt es unterschiedliche Zielsetzungen. Wer möglichst günstig einkaufen will greift zu chinesischen Modulen. Wer möchte, dass die EEG-Gelder im Land bleiben, kann bei deutschen Herstellern zugreifen.

Qualitativ dürften die Module großer Hersteller aufgrund ähnlicher Fertigungsanlagen eng beieinander liegen.

Eine Übersicht der Modultypen hilft bei der Auswahl.

Was man über die technischen Daten wissen sollte: Technische Daten von PV-Modulen

[bearbeiten] Unterkonstruktion

Auf die Unterkonstruktion werden die PV-Module befestigt. Bei der üblichen Konstruktion, bestehend aus Dachhaken (Edelstahl) und Aluminiumprofilen, werden zuerst die Dachhaken auf die Sparren geschraubt. Dazu müssen an den betreffenden Stellen die Dachziegel entfernt und bearbeitet werden (z.B. mit dem Winkelschleifer). Darauf werden die vertikalen Alumiumprofile angeschraubt und danach ggf. die horizontalen Profile (z.B. bei Quermontage der PV-Module).

Bei einem Neubau kann die Anlage auch als Indach-System gebaut werden. Vorteil ist eine höhere Ästethik sowie evtl. eine Kosteneinsparung (keine Dachziegel auf der Südseite notwendig). Gegenüber der PV-Anlage mit Unterkonstruktion fehlt allerdings die Hinterlüftung, so dass sich die Module bei Sonneneinstrahlung mehr aufheizen. Dadurch ist der Ertrag solcher PV-Anlagen geringer als bei den Aufdach-Anlagen.

[bearbeiten] Wechselrichter

Die Markt der Wechselrichter wird im Wesentlichen von Anbietern aus dem deutschsprachigen Raum (D,A,CH) bestimmt. Hier sind bzgl. Qualität, Wirkungsgrad und Service die asiatischen Hersteller (noch) im Hintertreffen.

Die Auslegung der Wechselrichter hat einen großen Einfluss auf die Rentabilität der Anlage. Wird zu groß dimensioniert, laufen die Wechselrichter im Schnitt nicht im optimalen Wirkungsgrad. Darüber hinaus rechtfertigt der Aufpreis evtl. verlorengegangen Leistung nicht. Bei Unterdimensionierung kann hingegen die maximale Generatorleistung nicht genutzt werden. Langfristig sinkt jedoch die Leistung des Solargenerators (z.B. auf 80% nach 20 Jahren), so dass sich die negativen Effekte eine Unterdimensionierung relativieren. Zur Auslegung bieten die WR-Hersteller meistens Auslegungssoftware mit (z.B. Sunny-Design von SMA).

Die WR-Technik

Mit wieviel Phasen wird ins Netz eingespeist?

Hier findet man eine Liste mit technischen Angaben zu verschiedenen Wechselrichtern

Wie findet man den richtigen WR - ein Beispiel aus der Praxis

Welche Zahlen sind wichtig um eine Anlage zu berechnen

[bearbeiten] Kosten und Erträge

Warum sollte ich für eine Photovoltaikanlage Geld investieren?

Wieviel EURO bekomme ich pro eingespeister KWh?

Wie berechne ich, ob der zu erwartende Ertrag die Investitionskosten deckt


[bearbeiten] Wie finanziere ich?

  • Fremd- oder Eigenfinanzierung
  • KFW
  • UmweltBank AG
  • GLS Bank (Als Sicherheit Abtretungserklärung für die Einspeisevergütung)
  • Andere Banken. Auch andere Banken haben erkannt, dass sie die Anschaffung einer PV-Anlage wegen der garantierten Einspeisevergütung weitgehend risikolos finanzieren können. Auch sie verlangen keine Sicherheiten außer der Anlage selbst, der Eintragung einer Dienstbarkeit und der Abtretung der Einspeisevergütung.

[bearbeiten] Montage

Für die Montage einer Photovoltaik-Anlage ist es ratsam eine Fachfirma zu beauftragen. Dies können spzialisierte Dachdecker oder Elektrofirmen sein. Diese Firmen übernehmen meist von der Planung, Ertragsberechnung, Unterstützung bei der Finanzierung bis zur Montage alle Arbeiten.

Für einen Überblick über Kosten und Qualifikationen der Firmen ist es sinnvoll mehrere Angebote verschiedener Firmen einzuholen und zu vergleichen. ModernuS bietet dafür eine Suche nach Photovoltaik-Installateuren mit anschließender Möglichkeit mehrer Firmen für ein konkretes Angebot direkt anzuschreiben.

Die Montage der PV-Anlage kann außerdem in Eigenleistung erfolgen.

Vorteile

  • geringere Anlagenkosten
  • "Man weiß was gemacht wurde"

Nachteile

  • Zeitbedarf darf nicht unterschätzt werden
  • keine Garantie
  • möglicherweise fehlerhafte Planung oder Ausführungsfehler

[bearbeiten] Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme wird üblicherweise durch den Anschluss der Anlage an das Netz des VNB erfolgen.

Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme entscheidet über die Höhe der Einspeisevergütung!

[bearbeiten] Der Stromversorger

Der Verteilnetzbetreiber (VNB) - früher Energieversorger genannt - sollte über den Bau der PV-Anlage frühzeitig informiert werden. Bis zu einer Größe von 30kWp muss das EVU die Anlage genehmigen. Darüber hinaus können für den Betreiber zusätzliche Kosten entstehen um die Leitung zum geeigneten Einspeisepunkt zu erreichen.

[bearbeiten] Finanzamt

  • Steuerliche Erfassung
  • Rückerstattung der Mehrwertsteuer
  • Regelmäßige Umsatzsteuererklärung
  • Abschreibung

[bearbeiten] Versicherung

  • Erweiterung der bestehenden Gebäudeversicherung
  • Zusatzversicherung (gegen Vandalismus, etc.)

Wir empfehlen die Anlage gegen Elementarschäden (Sturm, Hagel etc.) zu versichern. Innerhalb der Gebäudeversicherung sind nach Absprache mit Ihrer Versicherung diese Schäden meistens gedeckt, führen aber durch die Erhöhung des Gebäudewertes zu Prämienerhöhungen. Höheren Versicherungsschutz bieten Allgefahrenversicherungen, die zusätzlich Diebstahl, Blitzschlag, Überspannung, Ertragsausfall usw. absichern.

[bearbeiten] Betrieb und Wartung

Der Betrieb einer PV-Anlage ist weitgehend wartungsfrei.

Anlagenüberwachung

Zur funktionalen und qualitativen Sicherstellung des Anlagenbetriebes ist eine Überwachung notwendig.

  • Ohne zusätzliche Technik: visuelle Kontrolle der Wechselrichter auf Funktion und regelmäßge z.B. monatliche Aufschreibung der Zählerstände um den Ertrag zu plausibilisieren.
  • Mit zusätzlicher Technik: Üblicherweise werden hier Datenlogger eingesetzt, die die relevanten Daten der Anlage aufzeichnen und über z.B. einen PC, externes Gerät, PDA, Großanzeige, Internetplattformen o.ä. visualisieren.
Software

Die PV-Anlage läuft und produziert Strom. Wir möchten es uns aber grafisch ansehen und Zahlen vergleichen. Mit der eigenen Software auf dem PC ist man unabhängig vom Hersteller und von Datenloggern. Mehr zu diesem Thema unter Software

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Diese Seite wurde zuletzt am 23. Februar 2012 um 13:30 Uhr geändert. - Diese Seite wurde bisher 117.218 mal abgerufen. - Impressum - Über Photovoltaik Wiki